TOURISMUS DURCH DIE JAHRHUNDERTE

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Das erste Hotel (Stari grad) bekam die Therme Varaždinske Toplice 1695 durch den Umbau der Festung (Kaštel) zum Schloss. Gegenüber dem genannten Hotel wurde 1756 eine eingeschossige Gaststätte mit einem Restaurant und ungefähr zehn schön eingerichteten Zimmern gebaut. 1779 wurden dann die ersten gemauerten Bäder nach den Römern gebaut.

Die Standesaufteilungen haben ebenfalls Einfluss auf den Tourismus und das Erscheinungsbild der Siedlung gehabt. Im Donje mjesto, der so genannten Unterstadt, wurde z.B. 1844 das Volksbad für die Angehörigen des niedrigeren Standes gebaut, während die Elite der oberen Gesellschaft in der Oberstadt, Gornje mjesto, blieb. Für die Touristen, die aus verschiedenen Ländern der Habsburger Monarchie und auch aus anderen europäischen Ländern kamen, wurden Reklamebücher, Bruschüren Prospekte, Preislisten und Gästelisten in deutscher Sprache gedruckt. Zeugen dieser Zeit sind auch die vielen Postkarten der Therme.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das prachtvolle Hotel Josipova kupelj gebaut, und der Tourismus in Varaždinske Toplice erlebte seinen Höhepunkt. Im Rahmen des Badekurorts gab es mehrere Pensionen, Reisegaststätten und einige angesehene Restaurants und Kaffeehäuser. An den Objekten des Badekurorts wurden Baumreihen und andres Grün angepflanzt, für den Bedarf der Elite-Klientele wurde nördlich vom Hauptkurgebäude ein schöner Garten angelegt, während die große Parkanlage des Badeorts an der Thermalquelle heranwuchs. Damals hatte der Ort Varaždinske Toplice eine magische Lebendigkeit, Charme und Eleganz, mit einem passenden kulturellen, gesellschaftlichen und Unterhaltungsleben zu bieten.

Varaždinske Toplice entwickelte sich immer mehr zu einem touristisch-kulturellen und Gesundheits- und Kurort und erlangte langsam wieder seinen Prestige-Status.

Josipova kupelj

Im Jahr 1910 wurde das Gebäude des alten Hotels Josipova kupelj abgerissen und seiner Stelle ein großes, modernes Hotel gebaut. Das moderne Hotelgebäude im Sezessionsstil befand sich südlich der archäologischen Zone. Es hatte 54 Zimmer (110 Betten) und 16 Kabinen, elektrische Beleuchtung, drei elektrische Aufzüge und im Erdgeschoss einen Luxus-Kinosaal. Im Zweiten Weltkrieg erlebte die Therme Zerstörung, die Kurobjekte wurden beschädigt, und das Hotel blieb nach einem Brand vollkommen unbrauchbar, es wurde bis zu seinen Fundamenten zerstört und zugeschüttet.

Konstantinov dom – der älteste Teil des modernen Kurorts

Das Gebäude Konstantinov dom stammt aus dem Jahr 1779. Sein Erscheinungsbild veränderte sich durch die Jahre hindurch infolge zahlreicher Umbauten. Nach dem Brand 1779 erbaute das Zagreber Kaptol ein neues Badehaus aus Stein mit dem Namen Konstantinova kupelj. Ende des 18. und besonders in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte das Badehaus eine intensivere Entwicklung. Das moderne Bade- und Kurhaus wurde am 1. Mai 1820 nach den Prinzipien der aktuellen medizinischen Wissenschaft gegründet.

Im Ersten Weltkrieg kam es zu Änderungen im Badeleben, so dass Konstantinov dom für den Bedarf eines Militärkrankenhauses umgebaut wurde. Zwischen den zwei Kriegen hatte die Therme ein reiches Kur-, Unterhaltungs- und Gesellschaftsleben.

Bis 1954 besaß das Gebäude einen kleinen Turm mit einer Signalglocke, die den Badewechsel ankündigte. Das 1954 drastisch umgebaute Gebäude wird vom Sonderkrankenhaus für medizinische Rehabilitation Varaždinske Toplice genutzt.

Lovrina kupelj

Für den Bedarf der Unterbringung der Pferdegespanne der Badegäste wurde 1871 das Bad des Zagreber Kaptol unter dem Namen Lovrina kupelj errichtet. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Kurhotel umgebaut. Charakterisiert wird es durch seinen schönen Innenhof.

Pučka kupelj

In der Unterstadt befindet sich das dritte Kurgebäude Pučka kupelj (Volksbad), das im Jahr 1844 auf Grund der strengen Klassenaufteilung der Badegäste gebaut wurde. Neben dem Badehaus wurde auch eine Volksgaststätte, das jetzige Hotel Tonimir errichtet.

Kupališni perivoj

Mit dem Bau neuer Kurobjekte kam auch der Bedarf nach der Gestaltung eines Thermenparks rund um die Thermalquelle auf, dessen Bau 1820 begann. In der Parkanlage fand in späteren Jahren ein bedeutender Teil des kulturellen Unterhaltungslebens statt.

Šute i prališća

Spezielle Kurbegriffe, die man nirgendwo in Kroatien außer in Varaždinske Toplice hören kann, sind „šute“ und „prališća“. Šute sind Quellen, aus denen ununterbrochen Thermalwasser fließt, das von einer schwefelhaltigen Thermalquelle herbeigeführt wird, die sich im Herzen des archäologischen Standorts AQUAE IASAE befindet. Prališća sind Orte, an denen ebenfalls kontinuierlich Thermalwasser fließt, an denen die Bewohner von Toplice Wannen gemauert haben, in denen sie ihre Wäsche mit Thermalwasser gewaschen und sie häufig auch für die persönliche Hygiene bzw. zum Baden benutzt haben.